Das Zunftzeichen

Fünf Zunftzeichen der Nagel- u. Sichelschmiede waren, der Überlieferung nach, ursprünglich in Losenstein vorhanden. Heutzutage gibt es (leider) nur mehr den unten abgebildeten Zunftschild.

Die Zünfte waren die sozialen Regelwerke der einzelnen Handwerksarten: Voraussetzungen zur Aufnahme, zu Produktion und Absatz der Erzeugnisse und letztlich auch zur Lebensweise und zur Darstellung der Zünfte in der Gemeinschaft waren in den Zunftordnungen fixiert. Eigentlich sind Zünfte die Vorläufer der Kammern (Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer) in der gegenwärtigen Arbeitswelt. Die Losensteiner Nagelschmiede waren eine stolze, potente Gruppe und an einem entsprechenden Auftritt in der Öffentlichkeit interessiert. Erhaltene äußere Zeichen sind die Nagelschmiedfahne und das Zunftzeichen. Das Zunftzeichen ist in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts  über Initiative des Zechmeisters Michael Eisenhofer und der beiden Fürmeister Gregor Stadlberger und Norbert Förster entstanden. Die damals wichtigen Symbole der Macht waren das Wappen des Kaiserhauses (Doppeladler) mit den Initialen „FJ“ (Kaiser Franz Josef) und die beiden „Steirischen Panther“, die das Zunftzeichen der Nagel- u Sichelschmiede, das goldene Herz mit den drei Nägeln und der darüber schwebenden Sichel halten. Der Engel auf dem Herzen trägt ein Banner: „Gloria in excelsis deo“ („Ehre sei Gott in der Höhe“).
Schmückendes Beiwerk des wertvollen Zeugnisses aus der Vergangenheit unserer Vorfahren sind die wunderschön ausgeführten Girlanden und die Krone. Herrliche Treibarbeiten aus wertvollen Materialien (vermutlich Silberbleche und vergoldete Kupferbleche).

Das Zunftzeichen ist Eigentum der bisher letzten Besitzerfamilie der Schlosstaverne, Hartmut und Josefine Körber, die das schöne historische Dokument hüten und für einschlägige Veranstaltungen der Öffentlichkeit immer wieder zur Verfügung stellen.

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